VW-Sozialcharta: Zur Sicherung von Menschenrechtsstandards

Das Management und der Weltbetriebsrat der Volkswagen AG haben eine Neufassung der VW-Sozialcharta beschlossen. Sie soll weltweit die verbindliche Einhaltung von Menschenrechten absichern. Unter anderem wird die Glaubens- und Meinungsfreiheit ausdrücklich gewährt.

Die Sozialcharta bezieht sich global auf die Zusammenarbeit mit allen Fabriken, Vertriebsgesellschaften und Zulieferern. Im Zusammenhang mit Zulieferern wird ein Mehrstufenplan verfolgt. Bei Verletzungen der Menschrechte können demnach Vertragskündigungen folgen. 

Damit reagiert VW unter anderem auf die Situation an manchen ausländischen Standorten, zum Beispiel in China, damit auch dort die ethischen Standards und Werte des Konzerns umgesetzt werden.

Für Bernd Osterloh, Vorsitzender des Gesamt- und Konzernbetriebsrats, ist die Einhaltung der Menschenrechte ein essentielles Element: "Verantwortung auch für Herausforderungen außerhalb des eigenen Unternehmens zu übernehmen, muss doch im ureigenen Interesse von Unternehmen sein."

Die VW Sozialcharta zum Nachlesen.

Zusammenschluss Traton & Navistar

Der Zusammenschluss zwischen einem der weltweit größten Nutzfahrzeughersteller und einem führenden US-amerikanischen Lkw-Hersteller ist vertraglich abgeschlossen: TRATON   und Navistar   werden ein globales Unternehmen.

Eine strategische Allianz und damit einhergehender Wertzuwachs beider Unternehmen, existiert bereits seit März 2017. Die Entstehung eines gemeinsamen Unternehmens bringt mehr Innovation, mehr Leistungsoptimierung und eine stärke Positionierung in Europa, Süd- und Nordamerika mit sich.  

 

Matthias Gründler, CEO von TRATON, erwartet noch bessere Möglichkeiten, um den Herausforderungen neuer Vorschriften und sich schnell entwickelnder Technologien in den Bereichen Konnektivität, Antrieb und autonomes Fahren zu begegnen.

Gute Chancen für die Beschäftigten und ein hervorragendes Erlebnis für Kunden und Händler durch hochwertige Produkte, Services und Technologien stehen für Persio Lisboa, Präsident und CEO von Navistar, im Fokus.

Gunnar Kilian, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG und Verantwortlicher für den Geschäftsbereich „Truck & Bus“ spricht von einem wichtigen Meilenstein in der strategischen Positionierung von Volkswagen, um weiterhin ein Wachstum voranzutreiben.  

 

Aktuell ist TRATON im Besitz von 16,7 % der ausstehenden Stammaktien von Navistar. Die finanziellen Mittel für den Erwerb der noch offenen Navistar-Stammaktien werden vom Volkswagen Konzern zur Verfügung gestellt (ca. 3,7 Mrd. USD). Mit dem Vollzug des Zusammenschlusses ist vorbehaltlich Mitte 2021 zu rechnen.

VW investiert weiter kräftig in die Elektromibilität

Der Volkswagen Konzern investiert weiter kräftig in seine Zukunft. Im Rahmen der Planungsrunde 68 wurde die Investitionsplanung für die Jahre 2020 bis 2024* festgelegt und vom Aufsichtsrat in seiner heutigen Sitzung erörtert und zustimmend zur Kenntnis genommen. In den kommenden fünf Jahren will das Unternehmen knapp 60 Milliarden Euro für die Zukunftsthemen Hybridisierung, Elektromobilität und Digitalisierung ausgeben. Dies entspricht etwas über 40 Prozent der Investitionen in Sachanlagen und der gesamten Forschungs- und Entwicklungskosten im Planungszeitraum. Im Vergleich zur vergangenen Planungsrunde des Konzerns stellt dies einen Anstieg um etwa zehn Prozentpunkte dar. Rund 33 Milliarden Euro will der Konzern davon alleine für die Elektromobilität ausgeben.

„Wir treiben die Transformation des Volkswagen Konzerns mit aller Entschlossenheit voran und fokussieren mit unseren Investitionen auf die Zukunftsfelder der Mobilität. Damit verfolgen wir die konsequente Umsetzung der Strategie des Konzerns“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende des Volkswagen Konzerns, Hans Dieter Pötsch.

„Wir erhöhen in den folgenden Jahren mit unseren Investitionen noch einmal das Tempo. Die Hybridisierung, Elektrifizierung und Digitalisierung unserer Flotte bilden dabei einen immer wichtiger werdenden Schwerpunkt. Wir wollen unsere Skalenvorteile nutzen und größtmögliche Synergien heben. In einem sich eintrübenden konjunkturellen Umfeld arbeiten wir gleichzeitig an der Steigerung unserer Produktivität, unserer Effizienz und Kostenposition, um so unsere gesetzten Ziele abzusichern“, sagte Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender des Volkswagen Konzerns.

Ferner wurde auch die Langfristplanung für die nächsten zehn Jahre angepasst. Der Konzern plant bis 2029 bis zu 75 reine E-Modelle auf den Markt zu bringen und dazu etwa 60 Hybridfahrzeuge. Die Zahl der projektierten Elektrofahrzeuge steigt im Wesentlichen durch die Verlängerung des Betrachtungszeitraums bis 2029 auf rund 26 Millionen Fahrzeuge. Zudem will Volkswagen bis 2029 fast sechs Millionen Hybridfahrzeuge absetzen.

Etwa 20 Millionen der geplanten E-Fahrzeuge bis 2029 basieren auf dem Modularen E-Antriebs-Baukasten des Konzerns (MEB), ein Großteil der weiteren sechs Millionen Fahrzeuge auf der High-Performance-Plattform PPE. Die im Ausland produzierten E-Autos kommen aus den Werken in Mlada Boleslav, Chattanooga, Foshan und Anting. In Deutschland werden die E-Fahrzeuge in Zwickau, Emden, Hannover, Zuffenhausen und Dresden produziert. Für Emden wurde die Planung bestätigt, ab 2022 den elektrischen A-SUV (ID.Next)02 zu bauen. Dieser wurde auf der IAA bereits camoufliert gezeigt. Die Entscheidung zu einem neuen Mehrmarkenwerk soll bis Jahresende fallen.

* Nicht im Konsolidierungskreis und damit nicht in den genannten Planungen enthalten sind die Gemeinschaftsunternehmen in China. Diese Joint-Venture-Gesellschaften finanzieren die Investitionen in Werke und Produkte aus eigenen Mitteln. 

CO2-Regulierung: Konzernbetriebsrat argumentiert bei Politikern in Brüssel

Vertreter des Betriebsrats im Volkswagen Konzern sind Ende Juni zu politischen Gesprächen nach Brüssel gereist. Zu der vom Vorsitzenden des Gesamt- und Konzernbetriebsrats, Bernd Osterloh, angeführten Delegation gehörten neben seinem Stellvertreter Stephan Wolf auch die Vorsitzenden der Betriebsräte von Volkswagen Nutzfahrzeuge und Seat, Bertina Murkovic und Matias Carnero Sojo, sowie Milos Kovar von Skoda und Klaus Mittermaier von Audi.?

Gesprächsthema bei den Terminen mit Abgeordneten verschiedener Fraktionen im Europäischen Parlament war in erster Linie die aktuell diskutierte CO2-Regulierung für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Dabei warben die Belegschaftsvertreter für eine Anpassung mit Augenmaß. Sie verwiesen dabei beispielsweise auf die kürzlich vom Fraunhofer Institut vorgestellte ELAB 2.0-Studie. Sie untersucht die Auswirkungen des Übergangs zur Elektromobilität auf die Arbeitsplätze in den Werken der Hersteller und Zulieferer.?

Allein bei der Marke Volkswagen stünden laut Bernd Osterloh bei Umsetzung des Gesetzesvorschlags der EU-Kommission, der eine CO2-Reduktion von 30 Prozent zwischen 2021 und 2030 vorsieht, mindestens 11.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Bei den Diskussionen mit den deutschen SPD-Abgeordneten im Europaparlament, darunter auch Standortabgeordnete des Volkswagen Konzerns, sowie mit sozialistischen Abgeordneten aus Tschechien und Spanien wurde deutlich, dass die sozialistische Fraktion im Europaparlament nicht bereit ist, von ihrer rigorosen Position abzurücken.?

Dies wurde auch von der sozialistischen Berichterstatterin zu der CO2-Regulierung im federführenden Umweltausschuss, der Malteserin Miriam Dalli, nachdrücklich unterstrichen. So wird auch weiterhin eine CO2-Reduktion von 50 Prozent bis 2030 sowie ein Zwischenziel von 25 Prozent bis 2025 gefordert. In den Gesprächen mit dem Vorsitzenden der christdemokratischen Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber, sowie dem niedersächsischen CDU-Abgeordneten und Schattenberichterstatter zum CO2-Thema im EP-Umweltausschuss, Jens Gieseke, wurde deutlich, dass die konservativen Parteien im Europaparlament, allen voran die CDU, sich im Gegensatz zu den Sozialdemokraten mit dem Konzernbetriebsrat auf einer Linie befinden.?

Um die Debatte konstruktiv fortzusetzen, wurden die Abgeordneten auch nach Wolfsburg und an die übrigen Standorte eingeladen. Die nächsten Entscheidungen bei dem Thema im Europaparlament stehen mit Abstimmungen in den mitberatenden Industrie- und Verkehrsausschüssen am 10. Juli an.?