Branchenkonflikt trifft auch Porsche Informatik
Da es auch in der sechsten Verhandlungsrunde am 18. Februar nur zu einer geringfügigen Annäherung zwischen den Sozialpartnerinnen kam, setzt die Gewerkschaft GPA nun weitere Kampfmaßnahmen, um gerechte Gehaltserhöhungen für die rund 90.000 Beschäftigten in der IT-Branche zu erreichen. Angesichts der relevanten Inflation von 3,5 % war das Angebot der Arbeitgeber:innen in Höhe von 2,5 % auf die Mindestgehälter und 2,0 % auf die IST-Gehaltssumme deutlich zu niedrig und für die Arbeitnehmer:innenvertreter:innen nicht hinnehmbar; diese hatten zuletzt ihre Forderung auf 3,5 % reduziert. Die Gewerkschaft rief deshalb für den 3. und 4. März zu Warnstreiks auf.

Dem Aufruf folgte auch die Porsche Informatik – ein Novum in der Unternehmensgeschichte und der gesamten Porsche Holding in Österreich. Am 3. März versammelten sich um die Mittagszeit rund 400 Beschäftigte an den Standorten in Salzburg, Wien und Hagenberg und legten für rund zwei Stunden die Arbeit nieder. Der Betriebsrat hatte zuvor eine Betriebsversammlung einberufen, um über den Verhandlungsverlauf zu informieren und versorgte die Streikenden anschließend auch mit einem warmen Essen. Die Streikversammlung verlief ruhig und ohne Zwischenfälle.

Nicht nur für die Porsche Informatik stellte der Streik eine völlig neue Situation dar: Für die gesamte IT-Branche entlud sich der Unmut über Abwehrhaltung der Arbeitgeber:innen gegenüber Gehalts- und Rahmenrechtsverbesserungen erstmals in Warnstreiks. Im Bundesland Salzburg wurde in acht Betrieben gestreikt. Nicht nur die unerwartet große Beteiligung an den Streikmaßnahmen, sondern auch steigende Mitgliederzahlen bei der Gewerkschaft sowie Betriebsratsneugründungen in IT-Betrieben sind Anzeichen für die große Unzufriedenheit über den Versuch der Arbeitgeber:innen, einen Krisenabschluss herbeizuführen, obwohl sich die Branche wirtschaftlich gut entwickelt.
Die nächste Verhandlungsrunde findet am 10. März statt.