Weiterhin keine Einigung im IT-KV

Bei den Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 90.000 Angestellten in IT-Unternehmen zeichnet sich weiterhin keine Einigung ab. Am 22. Jänner versammelten sich vor dem Sitz der Wirtschaftskammer in Wien noch tausende Beschäftigte aus der IT Branche, um ihrer Forderung nach einem fairen Gehaltsabschluss eine Stimme zu verleihen. Nur einen Tag später wird klar: Die Arbeitgeber:innen sind nicht bereit, ihr bisheriges Angebot von +1,9 % auf die Mindestgehälter nachzubessern oder einen Vorschlag für die IST-Gehaltsentwicklung auf den Tisch zu legen. Dies spiegelt nicht die wirtschaftliche Situation der Branche wider und würde angesichts der relevanten Inflation von 3,5 % einen massiven Realgehaltsverlust bedeuten. Die mittlerweile fünfte Verhandlungsrunde am 23. Jänner endete damit nach nur kurzer Zeit ergebnislos. Die Gewerkschaft GPA wertet diese Blockadehaltung als „einen Schlag ins Gesicht aller Kolleginnen und Kollegen“ und versucht nun den Druck auf die Arbeitgeber:innen zu erhöhen.

POI-Betriebsrat Michael Kainzbauer, GPA-Regionalsekretär Florian Koch und BR-Vorsitzender Stephan Thuswaldner im Studio 9 der Porsche Informatik

Wie auch in vielen anderen IT-Betrieben in ganz Österreich fand auch in der Porsche Informatik eine Betriebsversammlung statt. Rund 500 Beschäftigte nahmen an der Betriebsversammlung teil, ein Großteil davon sprach sich im Anschluss sogar dafür aus, im Falle einer weiteren Verzögerung eines KV-Abschlusses an gewerkschaftlichen Maßnahmen teilnehmen zu wollen. Eine entsprechende Resolution, verbunden mit der Bitte, auch auf Arbeitgeber:innenseite auf eine Einigung hinzuwirken, wurde an die Geschäftsführung übergeben. Somit könnte es bei einem neuerlichen Scheitern der nächsten Verhandlungsrunde am 18. Februar auch an den Standorten der Porsche Informatik zu Warnstreiks kommen.